Bei einem Gleitlager auftretende Reibung

Sie können sich die Reibung zwischen Lager und Welle einfach vergegenwärtigen, wenn Sie Ihre Hände aneinander reiben. Sind Ihre Hände trocken, dann ist der Widerstand, gegen den Sie arbeiten müssen, am größten. Es tritt die Trockenreibung auf und die Reibungsenergie wird rasch in Wärmeenergie transformiert. Diese Festkörperreibung bewirkt, dass Welle und Lager rasch verschleißen, wenn das Material ungünstig gewählt ist.

gleitlagerDaher werden diese Lager vor allem aus Materialien gefertigt, die schmierende Eigenschaften haben – wie Graphit, spezielle Metalllegierungen oder Kunststoffe. Geben Sie ein wenig Seife zwischen Ihre Hände, dann ist der Reibungswiderstand geringer. Die auftretende Reibungsart ist Flüssigkeitsreibung, da sich zwischen Den Händen ein Film ausbildet sowie kein direkter Kontakt zustande kommt. Bei einem Gleitlager, das nach diesem Prinzip arbeitet, wird eine so genannte Vollschmierung mit Ölen benutzt. Dazu wird das Öl durch eher kleine Kanäle mit enormen Druck zwischen Lager sowie Welle gepresst.

Ein Gleitlager als Maschinenelement

Um gegeneinander bewegliche Bauteile zu führen, benötigen Sie Lager. Mit Hilfe der Wirkprinzipien werden Lager in zwei Gruppen unterteilt: Wälzlager und Gleitlager. Beim Gleitlager haben beiderlei Bauteile direkten Kontakt. Das Lager umschließt die bewegliche Welle radial. Ob Sie ein Schmiermittel zufügen müssen beziehungsweise nicht, hängt vor allem vom Material des Lagers und dem gewünschten Einsatzbereich ab. Wegen der trotzdem auftretenden Gleitreibung sowie dem damit verbundenen Materialverschleiß sollten Sie bei der Wahl des Lagers einiges beachten.

Eigenschaften des Gleitlagers mit Vollschmierung

Wie Sie sich ohne Zweifel vorstellen können, ist die Gleitreibung bei Lagern mit Vollschmierung wesentlich geringer als bei ungeölten Lagern. Dies heißt ebenfalls, dass wesentlich weniger Wärme auf Welle und Lager übertragen werden. Gleichzeitig können Sie mit dem geringeren Verschleiß der Teile rechnen. Allgemein sollten Sie aber beachten, dass bei stärkerer Beanspruchung auch Mischreibung auftreten kann. Das heißt, dass der Schmierfilm an einigen Stellen so dünn wird, dass Lager und Welle punktuell gegeneinander reiben. Deshalb ist es relevant, dass Sie darauf achten, die zulässige Höchstlast des Gleitlagers nicht zu überschreiten.

Wo Gleitlager integriert werden

In Ihrem Auto sind eine Menge Gleitlager verbaut. Nicht nur in den Achsen, sondern vor allem im Motor stecken sehr etliche solcher Teile. Schiffsschrauben werden mit Gleitlagern geleitet. Turbinen in Stromkraftwerken dienen der Kraftübertragung. Ohne Gleitlager geht da kaum etwas. Kurz: Überall dort, wo Wellen sowie Achsen zum Einsatz kommen, die irgendeiner Art Führung benötigen, werden Sie Gleitlager finden. Auch, wenn Sie vielleicht selber eine Seifenkiste erstellen, kann es sein, dass Sie Gleitlager verwenden. Während die Lager in Motoren sowie Turbinen vorwiegend aus Metall sein werden, können Sie für Die Seifenkiste ebenfalls ein Kunststofflager benutzen. Jene sind einfach zu reinigen, korrosionsbeständig und funktionieren oft ohne ein Schmiermittel wie Öl zufrieden stellend.

Weitere Angaben unter: https://www.sintershop.de/info/Gleitlager.html